Altmaier will Club der Energiewende gründen

Bundesumweltminister Altmaier plant einen Club der Energiewendestaaten. Details stehen noch aus, China als möglicher Partner überrascht.

Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) äußerte die Pläne am gestrigen Montag im Rahmen der Vollversammlung der Internationalen Agentur für erneuerbare Energien (IRENA). Diese findet zur Zeit in Abu Dhabi statt, der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate. Die Veranstaltung zählt in diesem Jahr als das wichtigste internationale Treffen zum weltweiten Ausbau der erneuerbaren Energien.

Zu Ergebnissen erster Sondierungsgespräche am Montagabend wollte Altmaier sich zunächst nicht äußern. Konkrete Vereinbarungen sollen in den kommenden Wochen getroffen werden.

Mitgliedsstaaten bisher unklar

Schon im Vorfeld der Konferenz hatte Altmaier erklärt: „Vom Öl zur Sonne, von der Kohle zum Wind – immer mehr Staaten setzen auf erneuerbare Energien. Wir sind in Deutschland mit unserer Energiewende weltweit zwar Vorreiter, aber wir sind nicht alleine.

Die Pläne will Altmaier mit den Ministern anderer Länder weiter besprechen. Unter den potenziellen Mitgliedern befinden sich China, Japan, Indien, Großbritannien, Frankreich, Marokko, Chile, Dänemark, Südafrika und Tonga. Ein Staat aus dem arabischen Raum solle hinzukommen.

Vor allem China und Indien als Partner überraschen zunächst. Die beiden aufstrebenden Nationen waren bisher nicht für eine engagierte Klimapolitik bekannt. Insbesondere das energiehungrige China erlebte in den vergangengen Jahren jedoch einen regelrechten Boom der Erneuerbaren.

Weiteres Wohlfühlprogramm mit ein paar Dollars für Solaranlagen

Der Club der Energiewendestaaten sei vor allem als politisches Signal zu verstehen, sagte Altmaier der Deutschen Presseagentur (dpa). „Er soll eine verstärkte politische Unterstützung für den Ausbau erneuerbarer Energien erreichen. Es geht aber auch darum, über Lösungen nachzudenken, um die Kosten dabei weiter zu senken.“

Die Umweltorganisation Greenpeace warnte vor einer Veranstaltung mit reinem Symbolcharakter. Mit einem weiteren Jahrzehnt neuer Energiewende-Konferenzen sei nicht geholfen, sagte der Energieexperte von Greenpeace International, Sven Teske, der Nachrichtenagentur. Wir brauchen nicht ein weiteres Wohlfühlprogramm mit ein paar Dollar für ein paar Solaranlagen und eine jährliche Konferenz.