Das Auto wird unwichtiger

Eine große Mehrheit der Deutschen will nicht mehr so stark auf das Auto angewiesen sein. Das ist ein Ergebnis der Umweltbewusstseinsstudie.

Es scheint, als sei Deutschland nicht länger das Land der Autofahrer. Laut der aktuellen Umweltbewusstseinsstudie, einer repräsentativen Umfrage des Bundesumweltministeriums und des Umweltbundesamts, sagen 91 Prozent der Befragten, dass das Leben besser werde, wenn der oder die Einzelne nicht mehr auf ein Auto angewiesen ist. 79 Prozent wünschen sich eine Stadtentwicklung, die die Alternativen zum Auto stärkt, für ihre eigene Stadt oder Gemeinde.Trotzdem ist das Auto nach wie vor das wichtigste Verkehrsmittel in Deutschland. 70 Prozent der Befragten nutzen es mehrmals in der Woche. Allerdings kann sich die große Mehrheit der Autofahrer vorstellen, unter bestimmten Bedingungen mehr zu Fuß zu gehen oder mit dem Rad zu fahren. Je nach Größe des Wohnorts können sich zudem zwischen 46 und 61 Prozent der Autofahrer vorstellen, auf Busse und Bahnen umzusteigen.

Nachhaltigkeit angekommen

Grundsätzlich sei die Idee der Nachhaltigkeit in der Mitte der Gesellschaft angekommen, heißt es vom Umweltministerium und Umweltbundesamt. Umweltschutz werde dabei nicht als isoliertes Politikfeld wahrgenommen, sondern als Teil der Lösung für große ökonomische und soziale Herausforderungen. 67 Prozent der Befragten sehen Umweltschutz als notwendige Voraussetzung, damit Zukunftsaufgaben wie die Globalisierung gestaltet werden können. 58 Prozent sehen Umweltschutz zudem als Voraussetzung für Wohlstand, 51 Prozent für Wettbewerbsfähigkeit und 48 Prozent für neue Arbeitsplätze. Im Bereich der sozialen Gerechtigkeit wird dieser Zusammenhang mit 37 Prozent weniger gesehen.

Wo die Belastungen höher sind

Außerdem offenbart die Studie, dass gerade in sozial benachteiligten Quartieren die Umweltbelastungen besonders hoch sind. 40 Prozent der Befragten mit kleinem Einkommen fühlen sich durch Lärm besonders belastet, aber nur 27 Prozent der Befragten mit hohen Einkommen. Auch von Luftverschmutzung fühlen sich 45 Prozent der Befragten mit niedrigem Einkommen deutlich stärker belastet als Menschen mit hohem Einkommen (28 Prozent). Die Umweltbewussteinsstudie 2016 gibt es hier zum Download.