Schneebedeckte Berge nicht nur für Skifahrer

Ein Schweizer Forschungsteam empfiehlt, Fotovoltaik in hochalpinen Regionen zu nutzen, um die Solarstrom-Depression im Winter abzumildern.

Weiße Gipfel und Sonnenschein lassen das Schneesportler-Herz höher schlagen. Auch für die Fotovoltaik-Technologie bieten hochalpine Gegenden optimale Wetterbedingungen: Denn die intensivere Sonneneinstrahlung sorgt dafür, dass dort auch dann Solarstrom erzeugt werden kann, wenn Nebel und Wolken diesem in niedrigeren Lagen im Winter deutlich verringern. Potenzial und Voraussetzung für die Solarstromerzeugung in den Bergen zeigen Wissenschaftler des Schweizerischen Instituts für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) und der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) in einer neuen Studie.

Potenzial von Fotovoltaik in den Alpen

Laut der Studie ist es für die Ausbeute von Solaranlagen in hochalpinen Regionen entscheidend, dass für die Module steilere Neigungswinkel verwendet werden. Die Forscher raten zu senkrechter Aufstellung: „Solche Berganlagen benötigen deutlich weniger Fläche und in Kombination mit steileren Neigungswinkeln der Solarmodule können bis zu 50 Prozent des Winterdefizits in der Stromerzeugung kompensiert werden.“ Durch die senkrechte Aufstellung wird vermieden, dass die Module vom Schnee bedeckt werden. Zusätzlich kann die vom Schnee reflektierte Strahlung genutzt werden.

Energiestrategie der Schweiz

Das Schweizer Forschungsteam ist sich sicher, dass Solarmodule auf schneebedeckten Bergen dazu beitragen, die Schweizer „Energiestrategie 2050“ umzusetzen. Die Strategie sieht vor, fünf Kernkraftwerke am Ende ihrer Nutzungsdauer zu schließen und den wegfallenden Atomstrom zum Teil durch Fotovoltaik zu ersetzen. „Unsere Studie zeigt, dass Photovoltaik-Systeme in den Bergen im Vergleich zu Anlagen auf den Dächern von Gebäuden im Schweizer Mittelland viel besser in der Lage sind, die Versorgungslücke zu schließen, die durch den Ausstieg aus der Kernenergie entstehen wird, da Solarmodule in großen Höhen pro Quadratmeter nicht nur in größeren Mengen, sondern auch bei Bedarf Strom produzieren“, sagte Annelen Kahl, eine der Autoren.